Hat Lybrido das Zeug zum „Viagra für die Frau“?

 

Besseren sexSeit mittlerweile mehr als eineinhalb Jahrzehnten vertrauen Männer auf die Dienste des Potenzmittels Viagra. Der Erfolg war durchschlagend. Bereits in sehr kurzer Zeit verkauften sich zahlreiche Schachteln des neuen „Wundermittels“. Im Laufe der Jahre kamen noch weitere Präparate wie etwa Levitra, Cialis, Spedra oder Kamagra hinzu. Sie alle wirken ebenfalls sehr effektiv gegen Erektionsstörungen beim Mann. Kein Wunder also, dass auch die Damenwelt auf „ihr“ Viagra wartet. Die Wartenden dürfen sich in absehbarer Zeit möglicherweise freuen. Denn aktuell befindet sich ein vielversprechendes Präparat noch in der Testphase, welches auch bei sexuellen Funktionsstörungen der Frau angewendet werden soll. Der Name: Lybrido.

Was ist Lybrido?

Lybrido wurde vom Niederländer Adriaan Tuiten entwickelt und befindet sich aktuell noch in der Testphase. Mit einer Markteinführung sei vor dem Jahr 2016 nicht zu rechnen. Was Lybrido so besonders macht? Es soll gewissermaßen in der „Schaltzentrale“, dem Gehirn, ansetzen. Lybrido soll für eine erhöhte Ausschüttung des Glückshormons Dopamin sorgen. Dadurch sollen eventuelle Blockaden und Verkrampfungen gelöst und die Lust auf Sex mit dem Partner gesteigert werden. Damit Lybrido allerdings wirken kann, muss eine generelle Lust auf den Partner vorhanden sein. Ansonsten ist Lybrido wirkungslos, so dass hier andere Behandlungsmethoden eher in den Fokus rücken sollten. Lybrido verfolgt also einen völlig anderen Ansatz als zum Beispiel Lovegra, welches Sildenafil enthält. Sildenafil ist auch in Viagra enthalten und sorgt bei Männern für eine bessere Durchblutung des Penis. Diesen Effekt will sich Lovegra zunutze machen. Durch die erhöhte Durchblutung der Geschlechtsorgane soll hier ebenfalls die Lust gesteigert werden.

Sexuelle Funktionsstörungen der Frau

Die sexuellen Funktionsstörungen der Frau sind anders zu beurteilen als die der Männer. Zum Beispiel sind die Beschwerdebilder anders. So können Frauen etwa unter dauerhafter Unlust leiden. Auch kann es sein, dass der Geschlechtsverkehr für sie unangenehm ist oder sogar Schmerzen verursacht. Orgasmusprobleme sind ebenfalls möglich. Die Gründe hierfür sind verschieden. Probleme in der Partnerschaft, traumatische Ereignisse in der Vergangenheit oder hormonelle Störungen können in Betracht gezogen werden. In wie weit ein Medikament wie Lybrido hier helfen kann, sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Alternative Therapiewege

Sollte eine medikamentöse Therapie nicht anschlagen oder gar nicht angezeigt sein, könnte zum Beispiel eine Paar- oder Einzeltherapie helfen. In diesen Therapien versucht die Betroffene, gemeinsam mit dem Therapeuten oder der Therapeutin eventuelle Erlebnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, Blockaden zu lokalisieren und aufzulösen. Solche Therapien können auch gemeinsam mit dem Partner durchgeführt werden. Wenn Frauen unter sexuellen Funktionsstörungen leiden, gelten im Grunde genau die gleichen Regeln wie bei Männern. Die Betroffene sollte nicht versuchen, dieses Problem allein mit sich selbst auszumachen. Gespräche mit dem Partner und/oder dem behandelnden Arzt sind ein erster Schritt, um dem möglichen Teufelskreis aus dem Weg zu gehen. Denn nicht selten kann ein falsches Schamgefühl die Beziehung oder Ehe auf eine harte Geduldsprobe stellen, die im Extremfall das Aus der Partnerschaft nach sich zieht.